Mittwoch, 30. November 2011


Melodie - Aus "Faust, Der Tragödie erster Teil"

Johann Wolfgang von Goethe
Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt's im Revier,
sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!
Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden:
aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus den Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
hier ist des Volkes wahrer Himmel,
zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

Wo ist Ingeborg Barz?


Mutmaßliches RAF-Mitglied,
von dem bis heute jede Spur fehlt:
 Ingeborg Barz (Jahrgang 1948)


Barz arbeitete 1970 als Sekretärin in Berlin. 1971 war sie Mitbegründerin der Schwarzen Hilfe, einem Verein zur Unterstützung anarchistischer Häftlinge. Sie unterstützte zuerst dieBewegung 2. Juni, bis sie und ihr Freund Wolfgang Grundmann im Herbst 1971 von Gudrun Ensslin für die erste Generation der RAF rekrutiert wurden.[1] Barz war am sogenannten „Dreierschlag“, einem aufwendigen Banküberfall in Berlin, beteiligt. Weitere Taten sind nicht nachgewiesen. Barz lebte bis 1972 mit Grundmann und anderen im Untergrund. Am 21. Februar 1972 rief die damals 23-Jährige jedoch ihre Mutter an und erklärte, sie wolle die Gruppe verlassen.
Nach Aussagen des ehemaligen RAF-Mitglieds Gerhard Müller habe daraufhin Andreas Baader Barz kurz vor seiner Verhaftung 1972 durch einen Genickschuss ermordet, weil er befürchtete, sie könne die Gruppe verraten. Durchsuchungen des angeblichen Hinrichtungsortes, eines Waldstückes in der Nähe von Germersheim, blieben ergebnislos. Im Juli 1973 wurde im Höhenkirchener Forst bei München eine skelettierte weibliche Leiche gefunden. Der Schädel der Toten wurde zwei Jahre später durch die sogenannte Lichtbildeinpass-Methode Ingeborg Barz zugeordnet. (Siehe Bild oben) Diese Identifizierung war damals wie heute umstritten, zumal der Schädel kein Einschussloch aufwies. Allerdings könnte der Fund die Andeutung von Gudrun Ensslin bestätigen, sie könne notfalls beweisen, dass Barz nicht von Andreas Baader ermordet worden sei. Zu dem Zeitpunkt als die Tote im Hohenkirchener Forst starb, waren sowohl Ensslin als auch Barz nachweislich in München.[2] Zu einem heute möglichen DNA-Vergleich ist es bisher nicht gekommen.
Während der Belastungszeuge Müller von einer Liquidation durch die Gruppe sprach, sagten andere Mitglieder vor Gericht aus, sie hätten Barz auch noch nach dem von Müller berichteten Hinrichtungstermin getroffen. So etwa Inga Hochstein, die sich mit Barz im Frühjahr 1975 in einem Lokal in Hamburg getroffen haben will. Nach ihren Aussagen litt Barz damals an einer ernsthaften Erkrankung, an der sie noch im selben Jahr verstorben sein soll.


Belege für Barz’ Tod liegen nicht vor. 1973 wurde in einem Hotel in Belfast eine angebrochene Schachtel Antibabypillen mit den Fingerabdrücken von Ingeborg Barz gefunden.[3]. Es ist allerdings nicht klar, ob die Packung tatsächlich zu diesem Zeitpunkt von Ingeborg Barz benutzt wurde. Seither wurden keinerlei Spuren von ihr gefunden. Laut dem Buch Tödlicher Irrtumvon Butz Peters vermuten BKA-Fahnder, dass sich Ingeborg Barz mit einer neuen Identität in den Irak abgesetzt hat.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Emanuel Top - Turkish Bazar

The music was new
black polished chrome
And came over the summer
like liquid night.
The DJ's took pills to stay awake
and play for seven days
They went to the studio
And someone knew him
Someone knew the TV showman
He came to our homeroom party
and played records
And when he left in the hot noon sun
and walked to his car
We saw the chooks had written
F-U-C-K on his windshield
He wiped it off with a rag
and smiling coolly drove away
He's rich. Got a big car.

Lyrics www.allthelyrics.com/lyrics/doors/
My gang will get you
Scenes of rape in the arroyo
Seduction in cars, abandoned buildings
Fights at the food stand
The dust
the shoes
Open shirts and raised collars
Bright sculptured hair.

Hey man, you want girls, pills, grass? C'mon...
I show you good time.
This place has everything. C'mon...
I show you. 


Jim Morrison & The Doors - Black Polished Chrome / Latino Chrome

Dienstag, 18. Oktober 2011

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke